Shigeru Mizukis Dictionnaire des Yôkai eröffnet einen Zugang zu Wesen der japanischen Folklore über einen bestimmten Autor und Zeichner. Das hier gezeigte Buch aus meinem Regal ist die französische Gesamtausgabe von Pika. Der Artikel ist auf Deutsch, das Buch auf Französisch. Ob es zu deiner Suche passt, hängt von drei Dingen ab: seinem Thema, Mizukis Perspektive und der konkreten Ausgabe.
Ein Wörterbuch mit einer erkennbaren Handschrift
Mizukis Name ist ebenso wichtig wie das Wort „Dictionnaire“. Der unter anderem für Kitaro bekannte Mangaka beschäftigte sich erzählerisch und zeichnerisch mit dem Übernatürlichen. Das Buch lässt sich deshalb als Zugang zu Yōkai über einen bestimmten Künstler einordnen. Sein Titel bezeichnet keine weitere Manga-Abenteuerfolge. Wer eine Fortsetzung von Kitaro sucht, sollte diese Erwartung von der Suche nach einem Folklore-Wörterbuch trennen.
Informationen über übernatürliche Wesen und ihre Darstellung zu suchen, ist etwas anderes, als einer Handlung zu folgen. Auch ein Überblick über das gesamte Werk eines Mangaka verfolgt ein anderes Ziel. Diese Unterscheidung hilft dabei, das passende Buch für die eigene Frage auszuwählen.

Was gehört zum Thema Yōkai?
Pika stellt die Wesen in den Zusammenhang einer vielfältigen übernatürlichen Überlieferung und einer Bildgeschichte, zu der auch Drucke der Edo-Zeit gehören. Es geht also um mehr als eine einzige Art bedrohlicher Monster. Unser Überblick über Yōkai und japanische Folklore erklärt grundlegende Unterschiede, bevor du dich einem spezialisierten Buch zuwendest.
Ein Name, eine Geschichte, ein auffälliges Merkmal oder der Zusammenhang eines Bildes können jeweils den Ausgangspunkt bilden. Diese Interessen hängen zusammen, verlangen aber nicht immer dieselben Quellen.
Mit einer Frage zu einer einzelnen Figur beginnen
Ein möglicher Zugang zu einem Folklore-Wörterbuch beginnt bei einem Wesen, das dir in einer Geschichte oder auf einem Bild begegnet ist. Notiere seinen Namen und trenne deine Fragen: Welche Rolle spielt es im Erzählten? Welche Merkmale kennzeichnen seine Darstellung? In welchen Zusammenhang gehört die Überlieferung? So lassen sich Beschreibung, zugeschriebenes Verhalten und Bilddeutung auseinanderhalten, statt alles in einer einzigen vermeintlich endgültigen Erklärung zusammenzufassen.
Falls du noch keinen Namen suchst, bietet der Leitfaden zu zehn Yōkai und Folklorefiguren erste Anhaltspunkte. Sie helfen, eine Richtung und eine konkrete Frage für die weitere Beschäftigung zu finden.
Eine Zeichnung ist eine Darstellung
Ein Bild kann ein Wesen einprägsam machen, ohne jede Frage zu seiner Geschichte zu beantworten. Unterscheide deshalb die Folklorefigur von der Darstellung eines Künstlers. Für eine Datierung, einen Ursprung oder eine örtliche Erzählvariante sind weitere passende Quellen sinnvoll. Geht es um einen bestimmten Holzschnitt, kann ein Museumseintrag das einzelne Werk erschließen. Ein Wörterbuch und ein Kunstkatalog können dasselbe Interesse unterstützen, erfüllen dabei aber unterschiedliche Aufgaben.
Die französische Pika-Gesamtausgabe erkennen
Vorgestellt wird die französische Gesamtausgabe des Dictionnaire des Yôkai, erschienen bei Pika am 8. April 2015, übersetzt von Patrick Honoré und Satoko Fujimoto. Die ISBN lautet 9782811616335. Die Verlagsgruppe nennt 512 Seiten und ein Format von 17 × 24 cm. Diese Angaben unterscheiden sie von anderen Mizuki-Büchern und anders betitelten Übersetzungen. Sie lassen sich nicht auf eine deutsche Ausgabe übertragen.
Die vorgestellte Ausgabe ist auf Französisch. Über diesen Link kann ich eine Provision erhalten. Diese Ausgabe auf Amazon.fr finden (Frankreich).
Weitere Wege ins Thema
Die Yōkai-Bücher aus meinem Regal umfassen außerdem ein Bestiarium von Matthew Meyer und einen Band über japanische Drucke. Die Auswahl erläutert deren unterschiedliche Ansätze für die weitere Lektüre.
Eine andere Beschäftigung mit Gesichtern und räumlichen Formen zeigen die japanischen Masken von Dai Yokai: zeitgenössische Arbeiten, die in der Bretagne von Hand vorbereitet, bemalt und fertiggestellt werden.
Quellen
Buchvorstellung bei Pika; Hachette, Angaben zur Ausgabe und Porträt von Shigeru Mizuki.
