Matthew Meyers Le livre du Hakutaku. Histoires de monstres japonais kann interessant sein, wenn dich an Yōkai ihre Geschichten und Darstellungen beschäftigen. Das hier gezeigte Exemplar aus meinem Regal ist die französische Ausgabe von NuiNui. Dieser Artikel ist auf Deutsch, das Buch auf Französisch. Das Projekt stellt eine hilfreiche Frage: Wie werden unterschiedliche Geschichten, Bilder und Überlieferungen zu einem Bestiarium zusammengeführt?
Warum der Name Hakutaku?
Auf seiner Website verbindet Meyer den Titel mit der Legende einer Enzyklopädie, die ein wunderbares Wesen einem Kaiser übergeben haben soll. Sie enthielt der Erzählung zufolge Wissen über übernatürliche Wesen. Meyer nimmt diese Geschichte zum Ausgangspunkt für eine lange Praxis des Sammelns und bildlichen Darstellens der Geisterwelt.
Die Legende hilft, das Vorhaben einzuordnen: Ein Bestiarium sammelt und erzählt weiter. Meyers Buch ist damit nicht selbst die sagenhafte Enzyklopädie. Es ist eine zeitgenössische Arbeit innerhalb einer Geschichte von Sammlungen über übernatürliche Wesen.

Von Geschichten zu illustrierten Sammlungen
Meyer beschreibt, wie Künstler auf verschiedene Materialien zurückgriffen: Überlieferungen, Literatur, ältere Berichte und Geschichten, die über kulturelle Grenzen hinweg neu gedeutet wurden. Manche Yōkai entstanden auch aus Wortspielen oder Fragen ihrer jeweiligen Zeit. Dieser Ansatz lenkt den Blick neben dem Aussehen auf die Wege, die Figuren zwischen unterschiedlichen Quellen zurücklegen.
Das englische Original The Book of the Hakutaku steht in seiner Bibliografie unter 2018. Er beschreibt es als Bestiarium mit mehr als hundert illustrierten Einträgen. Diese Beschreibung bezieht sich auf das Originalprojekt; die Fotografie hier zeigt den französischen Band. Beide Titel helfen, das Werk zuzuordnen und die Ausgaben auseinanderzuhalten.
Eine Figur lesen, ohne ihre Geschichte festzuschreiben
Ein möglicher Zugang zum Bestiarium besteht aus drei getrennten Fragen: Wie wird ein Wesen beschrieben? Welche Geschichte gehört dazu? Welchen Ursprung schreibt diese Geschichte ihm zu? Ein auffälliges Aussehen weckt Aufmerksamkeit, erklärt aber noch nicht den gesamten Weg einer Figur. Unser Überblick zu Yōkai und japanischer Folklore führt grundlegende Unterschiede ein.
Für die weitere Suche kannst du einen Namen und den Bezug einer Erzählung notieren und dieser Spur folgen. Bei einer konkreten historischen Frage wird der Zusammenhang der Quelle ebenso wichtig wie das Monster selbst. Dadurch lassen sich eine überlieferte Geschichte, eine Variante und eine neuere Interpretation besser unterscheiden, statt sie zu einer einzigen Erklärung zu verbinden.
Monster und Geister genauer benennen
Meyers Vorstellung des Buches umfasst Monster, Geister und Gespenster. Für einen bestimmten Teil dieses Themas bietet unser Leitfaden zu japanischen Yūrei genauere Ausgangspunkte. Begriffe für das Übernatürliche bezeichnen nicht alle dasselbe. Ihre Unterschiede helfen weiter, als jede Figur pauschal als Dämon zu übersetzen.
Der Band kann zu Lesern passen, die Geschichten und deren Gestaltung verfolgen möchten. Soll hingegen ein bestimmtes Kunstwerk identifiziert oder eine Datierung begründet werden, braucht es ergänzende Quellen zum jeweiligen Werk oder Zeitraum. Ein Bestiarium eröffnet einen Zugang; weitere Fachquellen beantworten gezieltere Fragen.
Der hier vorgestellte französische Band
Es handelt sich um Le livre du Hakutaku. Histoires de monstres japonais von Matthew Meyer, auf Französisch bei NuiNui erschienen. Die Ausgabe von 2020 ist in den Erwerbungen der Bibliothek der Villa Arson verzeichnet. Französischer Titel, Autor, Verlag und Sprache kennzeichnen den hier ausgewählten Band.
Die vorgestellte Ausgabe ist auf Französisch. Über diesen Link kann ich eine Provision erhalten. Diese Ausgabe auf Amazon.fr finden (Frankreich).
Mit einem anderen Blick weiterlesen
Die Yōkai-Bücher aus meinem Regal umfassen außerdem ein Wörterbuch von Mizuki und ein Buch über japanische Drucke. Diese Auswahl zeigt weitere Wege, je nachdem, ob dich eine Figur, eine Erzählung oder ein Bild interessiert.
Eine andere Arbeit mit Gesichtern und räumlicher Form zeigen die japanischen Masken von Dai Yokai, zeitgenössische Stücke, die in der Bretagne von Hand vorbereitet, bemalt und fertiggestellt werden.
Quellen
Matthew Meyers Buchvorstellungen; Villa Arson, Erwerbungen im Juni 2021, Seite 3.
