Yōkai dans les chefs-d’œuvre de l’ukiyo-e nähert sich dem Übernatürlichen über Bilder. Das vorgestellte Buch ist auf Französisch. Anders als ein Figurenlexikon bietet es einen visuellen Ausgangspunkt: zuerst die Szene betrachten, dann einen Namen zuordnen. Bei einem unheimlichen Gesicht, einem Skelett oder einer Erscheinung helfen drei Fragen. Was ist sichtbar, auf welche Erzählung verweist das Bild, und was lässt sich anhand einer benannten Quelle belegen?
Erst das Bild, dann die Bezeichnung
Auf dem Cover nehmen Schädel, Auge und knöcherne Hände fast den ganzen Bildausschnitt ein. Der Blick trifft auf einen Körperteil, bevor er die umgebende Szene ergänzt. Daraus entsteht eine konkrete Frage: Wie viel Raum beansprucht die übernatürliche Figur gegenüber ihrer Umgebung? Ausschnitt und Größenverhältnisse tragen ebenso zur Wirkung bei wie die Bezeichnung des dargestellten Wesens.
Sichtbare Einzelheiten zuerst zu notieren verhindert, dass jedes Merkmal zum festen Symbol wird. Menschliche Umrisse von Tieren oder belebten Gegenständen unterscheiden, die Blickrichtung erkennen und Gesten verfolgen ergibt eine erste Lesart. Titel, Bildunterschrift und Sammlungsnachweis können sie anschließend bestätigen oder korrigieren. Ein nachträglich beschrifteter Ausschnitt aus dem Internet reicht dafür nicht aus.

Szene, Erzählung und Varianten trennen
Kuniyoshis Takiyasha-Triptychon, vom Tokyo Fuji Art Museum auf etwa 1845-1846 datiert, bietet eine Übung für diesen Blick. Zuerst lässt sich das Größenverhältnis zwischen den Körpern beschreiben, dann die Richtung von Blicken und Gesten. Diese Beobachtung eröffnet die Suche nach der dargestellten Geschichte, statt bei der Bezeichnung „Riesenskelett“ stehenzubleiben.
Künstler, Titel, Datierung, mögliche Serie und aufbewahrende Institution machen eine Referenz nachvollziehbar. Danach bleibt die dargestellte Geschichte von einer allgemeinen Definition der Figur zu unterscheiden. Der Leitfaden zu Yōkai und ihren Ursprüngen erklärt diese Abgrenzung. Die Auswahl von zehn Figuren bietet eine Orientierung zwischen unterschiedlichen Gestalten, keinen Schlüssel zu allen Bildern.
Für welche Leser ist das sinnvoll?
Der Ansatz passt zur Suche nach visuellen Referenzen, zur Vorbereitung einer Zeichnung oder zum Gespräch über ein Motiv. Werkbezeichnung und Kontext aufzubewahren ist hilfreicher, als nur eine isolierte Form herauszulösen. Rechte an einer Reproduktion müssen gesondert geprüft werden. Wer vor allem eine bestimmte Kreatur anhand ihres Namens finden möchte, stellt dagegen eine lexikalische Frage.
Der Überblick über Yōkai-Bücher unterscheidet diese Nutzungen. Für eine Bildrecherche sollte zunächst klar sein, was gesucht wird: der Name einer Figur, die Quelle einer Erzählung oder ein bestimmter Bildaufbau. Die BnF vermerkt ein Register in diesem Band. Es bietet einen Bezugspunkt für die Suche nach Begriffen, ergänzt durch die Beschriftungen der einzelnen Werke.
Die französische Ausgabe bestimmen
Der Nachweis der Bibliothèque nationale de France nennt die französische NuiNui-Ausgabe, Copyright 2021, ISBN 9782889359066, unter Leitung von Ei Nakau. Der vollständige französische Titel beschreibt Monster, Geister und Dämonen in japanischen Meisterdrucken. Vorgestellt wird dieser französischsprachige Band, dessen Zugang bei den Bildern und ihren Figuren beginnt.
Die vorgestellte Ausgabe ist auf Französisch. Über diesen Link kann ich eine Provision erhalten. Diese Ausgabe auf Amazon.fr finden (Frankreich).
Der Nachweis beschreibt 120 Werke und 70 übernatürliche Figuren, unter anderem bei Hokusai, Hiroshige und Kuniyoshi. Dieser Zugang über mehrere Künstler stellt eine andere Frage als eine Rangliste von Wesen: Wie wird eine Figur innerhalb einer bestimmten Szene und Bildsprache dargestellt? Begriffe wie Geist, Dämon und Yōkai sollten dabei mit dem jeweiligen Zusammenhang der Darstellung verbunden bleiben.
Ein anderes Medium bieten die japanischen Masken von Dai Yokai: zeitgenössische Arbeiten aus der Bretagne, in PETG gedruckt, von Hand vorbereitet und bemalt. Gesichter, Volumen und Ausdrücke lassen sich dort aus mehreren Blickwinkeln betrachten, als Gegenstände für einen Raum, ein Studio oder eine Ausstellung.
Quellen
Dokumentarische Vorstellung anhand der genannten Nachweise und des fotografierten Exemplars.
Das Kuniyoshi-Beispiel veranschaulicht die Betrachtungsmethode unabhängig vom Inhalt des Buches.
